Michael Triegel: Malerei, Zeichnungen, Druckgrafik

18.11.2018 10:00 – 17.02.2019 18:00

Eine Übersichtsausstellung im Angermuseum anlässlich des 50. Geburtstags des Künstlers.

Gemälde von Figuren auf einer Bühne, die teilweise wie Holz-Marionetten, teilweise wie antike Götter aussehen
Michael Triegel: Die Verwandlung der Götter, 2010 Bild: © Michael Triegel
17.02.2019 18:00

Michael Triegel: Malerei, Zeichnungen, Druckgrafik

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Kunstmuseen
Veranstaltungsort Angermuseum Erfurt, Anger 18, 99084 Erfurt

Die Ausstellung

Gemälde zweier roten Blumen, die in einem Glas stehen
Bild: Michael Triegel: Amaryllis, 2016 Bild: © courtesy Galerie Schwind, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Der heute in Leipzig lebende und arbeitende Maler Michael Triegel wurde 1968 in Erfurt geboren. Er gehört zu den erfolgreichsten Künstlern der sogenannten Neuen Leipziger Schule, deren Protagonisten formal höchst vielfältig agieren.

So entwickelte Triegel seine lasierende Malweise und räumlich komplexe Art der Figurenkomposition in deutlich sichtbarem Bezug auf die Maler der italienischen Renaissance, inhaltlich zeigt sich seine Kunst jedoch hochmodern: ambivalent und voller Fragen. Selbstbewusst greift er bestimmte Bildformulierungen der Alten Meister aus der Zeit des Florentiner Manierismus auf und stellt sich nachträglich dem Künstlerwettbewerb (Paragone) mit den verehrten Kollegen. Durch die Wiederaufnahme von Stoffen aus der antiken Mythologie und der christlichen Ikonografie, die in Europa rund 3.000 Jahre lang eine wichtige, kulturelle Identität stiftende Rolle spielten, setzt er sich mit Archetypen menschlicher Handlungen und Erfahrungen auseinander, erfüllt aber traditionelle, auf Harmonie und Ganzheit gerichtete Erwartungen an die Bilderzählung nicht mehr. Der Kontinuität der Überlieferung auf der einen Seite entspricht bei ihm auf der anderen Seite das Prinzip stetiger Wandlung, Verwandlung des Bildsinns. Triegel verknüpft collagenartig Themen und Sujets miteinander, die nicht zusammengehören, die miteinander kollidieren und statt Antworten zu geben Fragen hinterlassen, Rätsel, deren Auflösung der Maler den mündigen Betrachtern überlässt. Gerade in der aktiven Position der Betrachter offenbart sich Selbstverständnis unserer Gegenwart.

Gemälde, hinter einem Tuch ist die Figur des Gekreuzigten zu erahnen
Bild: © courtesy Galerie Schwind, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Für die Gemäldesammlung des Angermuseums erwarb der Förderverein Freunde des Angermuseums e.V. im Jahr 2011 das Bild „Die Verwandlung der Götter“, eines der Hauptwerke Michael Triegels, das er anlässlich einer großen Einzelausstellung 2010/2011 im Museum der bildenden Künste Leipzig gezeigt hatte. Für das Angermuseum ist das ein wichtiger Anreiz, sich intensiver mit Triegels Werk auseinanderzusetzen.

Die aktuelle Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und der Galerie Schwind. Begleitend zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Buch.

Eröffnet wird die Schau am Samstag, dem 17. November 2018, um 16 Uhr.