Tag der Demokratiegeschichte: Erfurt feiert neuen Aktionstag mit musealen Angeboten
Angebote im Stadtmuseum und Angermuseum
Im Stadtmuseum Erfurt findet zur Mittagsstunde um 12:00 Uhr eine kostenfreie Kuratorenführung zum Erfurter Unionsparlament statt. 1850 sollte dieses nach der gescheiterten Revolution 1848/49 die Verfassung für einen deutschen Nationalstaat unter Führung Preußens ausarbeiten. Es hätte die Machtstruktur in Europa maßgeblich verändert, scheiterte jedoch und wurde bald vergessen. Seine Ergebnisse hingegen wirken bis heute nach. An diesen Meilenstein der Demokratiegeschichte und des deutschen Einigungsprozesses erinnert das „Haus zum Stockfisch“ mit dieser Sonderausstellung. Eine Teilnahme ist kostenfrei ohne Anmeldung möglich.
Ab 18:00 Uhr heißt es im Angermuseum „In Bewegung bleiben – Podiumsdiskussion mit Gabriele Stötzer und Monique Förster“. Die beiden Künstlerinnen äußerten im Zeitraum von 1984 bis 1994 mit der Künstlerinnengruppe Erfurt – Exterra XX in Form von künstlerisch-performativen Aktionen Kritik am DDR-Staat. Am 4. Dezember 1989 waren sie maßgeblich an der Besetzung der Stasizentrale in Erfurt beteiligt und verarbeiteten das Geschehen filmisch. Im Gespräch mit Prof. Dr. Elke Werner, Direktorin der Kunstmuseen Erfurt, lädt der Abend zu Diskussionen mit den Zeitzeuginnen über das Verhältnis von Kunst und Demokratie ein.
Zusätzlich zu diesem Angebot veranstaltet das Angermuseum am Aktionstag einen Praxis-Workshop für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 bis 12 zum Thema „Freiheit in der Kunst“.
Zum bundesweiten Aktionstag
Am ersten Tag der Demokratiegeschichte beteiligen sich im Aktionszeitraum vom 18. bis 22. März 2026 historische Orte der Demokratiegeschichte in ganz Deutschland mit einem reichhaltigen Angebot an über 200 Veranstaltungen.
Historisch betrachtet ist der 18. März ein gleich mehrfach bedeutendes Datum und damit bestens geeignet, um an die wechselvolle Demokratiegeschichte Deutschlands zu erinnern. Kein Tag steht so sehr für das jahrhundertelange deutsche Ringen um Demokratie: der Tag der Mainzer Republik 1793, der Revolution von 1848 und der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR im Jahr 1990.
Der neue Aktionstag wurde initiiert von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.