Farbharmonie als Ziel. Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen

12.07.2019 11:15

Am Samstag, dem 13. Juli, 16 Uhr wird im Erfurter Angermuseum die neue Sonderausstellung „Farbharmonie als Ziel. Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen“ eröffnet.

Neue Sonderausstellung im Angermuseum Erfurt

Ein sehr buntes, abstraktes Gemälde
Foto: Adolf Hölzel (1853-1934): Ohne Titel, um 1925 Foto: © Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

Adolf Hölzel (1853-1934) zählt zu den frühen Wegbereitern der Malerei der Moderne. Mit über 100 Exponaten, darunter 28 erstmalig präsentierten Werken, bietet die Ausstellung bis zum 6. Oktober einen Einblick in die faszinierende künstlerische Vielfalt seines Œuvres.

Wie bei kaum einem anderen Künstler seiner Generation wird in Adolf Hölzels Werk eine erstaunlich weit gespannte Entwicklung sichtbar: Vom Realismus und Impressionismus der frühen, im Umkreis der Künstlerkolonie Dachau entstandenen Bilder entwickelte Hölzel seine Kunst stetig weiter bis hin zu den farbkräftigen abstrakten Kompositionen seines Spätwerks, auf denen ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt. Hölzels Schaffen ist von einer beständigen Lust am experimentellen Erweitern der künstlerischen Mittel und der sensiblen Reflexion über die Gesetzmäßigkeiten bildnerischen Schaffens geprägt. So erkannte er als einer der ersten Künstler das Unbewusste als Potenzial für die bildende Kunst und entwickelte lange vor den Surrealisten ab 1898 eine eigene Form des automatischen, gegenstandslosen Zeichnens.

Als Pionier der Abstraktion wurde Adolf Hölzel zu einem der einflussreichsten Lehrer seiner Zeit. Zu seinen Schülern an der Stuttgarter Kunstakademie gehörten unter anderen Oskar Schlemmer, Ida Kerkovius, Johannes Itten und Willi Baumeister.

Nach dem Ende seines akademischen Lehrberufs konzentrierte sich Hölzel auf das Pastell und steigerte mit diesem Medium die Farbigkeit seiner abstrakten Kompositionen zu intensiver Leuchtkraft und Lebendigkeit.

Die vom Museum Georg Schäfer konzipierte Ausstellung, die nach der erfolgreichen Präsentation in Schweinfurt nun auch in Erfurt zu sehen ist, folgt den einzelnen Entwicklungsschritten von Adolf Hölzels Schaffen und macht den Facettenreichtum seines Werks sichtbar. Dazu zählen Ölgemälde, Pastelle, Collagen und Glasfenster, aber auch die sogenannten Schriftsockelbilder und die bisher als bloße Fingerübungen interpretierten Tuschzeichnungen. Zahlreiche Dokumente geben Einblick in das Leben und Denken von Adolf Hölzel.

Ausgewählt wurden Werke aus dem Besitz der Adolf Hölzel-Stiftung in Stuttgart, aus den bedeutendsten alten Privatsammlungen zu Hölzel sowie dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

Zur Ausstellung ist im Wienand Verlag ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Beiträgen namhafter Wissenschaftler erschienen. Ein umfangreiches Programm mit Führungen und Vorträgen begleitet die Ausstellung.

Die Ausstellung, in Kooperation mit dem Museum Georg Schäfer Schweinfurt, entstand mit freundlicher Unterstützung von Kulturstiftung des Freistaats Thüringen, Sparkasse Mittelthüringen, Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und Hotel Zumnorde, Erfurt.