Mit Humor gegen die Regeln des Kunstbetriebs
Neue Ausstellung in der Galerie Waidspeicher
Künstlerinnen und Künstler hinterfragen seit dem 20. Jahrhundert zunehmend die Institutionen und Strukturen des Kunstbetriebs. Museen, Galerien und der Kunstmarkt werden dabei selbst zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung. Humor, Ironie und spielerische Experimente dienen als Mittel, um Autoritäten infrage zu stellen und traditionelle Vorstellungen von Kunst aufzubrechen. An diese Tradition der Institutionskritik knüpft die Ausstellung „Why so serious?“ an. Statt Kunst nur aus sicherer Distanz zu betrachten, lädt sie dazu ein, Werke zu berühren, auszuprobieren und mit ihnen sowie anderen Besucherinnen und Besuchern zu interagieren. Das Spielerische wird dabei zum Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit durchaus ernsten Themen.
So gibt Jonas Hohnkes künstlerisch gestaltetes Videospiel Einblicke in den Alltag und die Produktionsprozesse des Künstlers. Ben Thieles Origami-Tauben verweisen auf prekäre Studienbedingungen an der Kunsthochschule, während Josephine Schulz’ Tischtennisspiel aus Keramik die Grenzen zwischen Hoch- und Subkultur hinterfragt. Benedikt Brauns Schießstand-Installation lotet das Verhältnis von Künstler, Kunstwerk und Publikum aus. Cem A.s Art Memes wiederum nehmen mit Humor und der Bildsprache des Internets die Zugangsbedingungen zur Kunstwelt in den Blick.
Begleitet wird die Schau von Veranstaltungen wie einem Künstlergespräch mit Ben Thiele und dem Erfurter Tauben e. V., einem Tischtennisturnier am Fliesentisch oder einem interaktiven Gespräch mit Kurator Philipp Schreiner beim Scheibenschießen. Alle Termine sind auf der Website der Kunstmuseen Erfurt zu finden.