Lesung „Stimmen der Blusen“ in der Kunsthalle Erfurt
Vorlesende eröffnen berufliche und persönliche Perspektiven
Zehn ausgewählte Personen lesen Texte, die Frauen aus Deutschland auf die Blusen geschrieben haben, die gerade in einer raumgreifenden Installation der Ausstellung „Franziska Greber: Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ gezeigt werden. Die Schweizer Künstlerin hat in ihrem Projekt, das sich gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen richtet, Betroffene weltweit ermutigt, ihre Erfahrungen, Verletzungen, Hoffnungen und Forderungen mit rotem Permanentstift auf weiße Blusen oder andere landestypische Kleider zu schreiben. In enger Kooperation mit Frauen- und Menschenrechtsorganisationen initiiert sie diese Schreibprozesse seit 2016 weltweit und stellt die Ergebnisse in Form von Installationen, Objekten, Videos und Audiobeiträgen aus.
Die Vorlesenden wählen Texte aus den 690 beschrifteten Blusen aus und erläutern dabei ihre persönliche Relevanz des gewählten Textes – eine Annäherung an die individuellen Zeugnisse des Projekts. Dazu wird von Menschen aus verschiedenen beruflichen und persönlichen Zugängen und Perspektiven auf die Texte geblickt: Darunter sind Künstlerinnen, Ärztinnen, Vertreterinnen und Vertreter von der Frauenberatung, Staatsanwaltschaft, Täterberatung, vom Frauenschutz sowie vom Familiengericht.
Die Lesenden kommen miteinander und mit dem Publikum darüber ins Gespräch, was ihre beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Gewalt und mit den Fragen an Betroffene bedeutet.
Moderiert wird die Veranstaltung von Sabine Guntau von der Thüringer Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und Susanne Knorr, Kuratorin der Kunsthalle Erfurt.
Die Ausstellung ist eine Kooperation der Kunsthalle Erfurt mit der Künstlerin Franziska Greber, der Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaats Thüringen sowie Women in the Dark Deutschland e. V. Sie wird noch bis zum 31. Mai 2026 in der Kunsthalle Erfurt gezeigt.