Filmvorführung „Fassaden“ in der Kunsthalle Erfurt
Mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm thematisiert häusliche Gewalt
Der am 12. Februar 2026 erschienene, mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm (87 Minuten, FSK ab 12 Jahren) von Alina Cyranek behandelt häusliche Gewalt gegen Frauen und lässt Betroffene zu Wort kommen. Der Eintritt ist frei – Spenden sind willkommen. Die Vorführung findet im Rahmen der Ausstellung „Franziska Greber: Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ statt, die noch bis 31. Mai zu sehen ist.
In „Fassaden“ erzählt Sandra Hüller die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, und von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut.
Die Erzählung wurde aus vier realen Erfahrungsberichten zu einer Geschichte verdichtet, um die Anonymität der Frauen zu wahren. Alle Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen, nichts ist erfunden. Ein Tanzpaar erschafft in einer Blackbox die Bilder zu dieser Erzählung –hochästhetisch, physisch, poetisch. Die Manipulation der Frau wird mittels Animation zunehmend sichtbar. Den klassisch dokumentarischen Rahmen bilden Interviews mit Expertinnen und Experten: einem Polizisten, einer Psychologin, einer Sozialarbeiterin sowie einer Anwältin. Sie führen aus, welche strukturellen Probleme noch immer in Deutschland herrschen, wie unterschiedlich auf juristischer Ebene etwa Gewalt- und Sexualverbrechen in Partnerschaften behandelt werden. Sie ordnen klar und sachlich die Machtverhältnisse und Beziehungsstrukturen ein.