Ausstellung „Dem Himmel so nah. Wolken in der Kunst“ im Angermuseum Erfurt öffnet ihre Türen

26.03.2026 15:30

Der Blick auf Wolken gehört zur alltäglichen Erfahrung – und doch sind Wolken als vielgestaltige, permanent veränderliche Erscheinungen immer wieder etwas Besonderes, Faszinierendes. Die große Sommerausstellung im Angermuseum widmet sich dem Motiv der Wolken in der Kunst und bringt Werke unterschiedlicher Epochen in einen Dialog mit der Gegenwartskunst. Eröffnet wird die Schau am Sonnabend, dem 28. März, um 16:00 Uhr und ist anschließend bis zum 26. Juli zu sehen.

Wanderausstellung macht Station in Thüringen

Foto: Almut Linde, Dirty Minimal #70.1 – Wolkenmeer / 29,3 Tonnen CO₂ (Braunkohlekraftwerk, Frimmersdorf), 2012, HD-Video, Courtesy Almut Linde / PSM Gallery Berlin Foto: © Almut Linde

Die Bedeutung von Wolkendarstellungen in der bildenden Kunst reicht von der religiösen Symbolik des Mittelalters über die erhabenen, stimmungsvollen Landschaften der Romantik bis hin zu naturwissenschaftlich geprägten Sichtweisen des Realismus. Im Zeitalter des Klimawandels sind Wolken unmittelbar verbunden mit der vom Menschen verursachten Umweltzerstörung und bekommen eine politische Dimension. Auch das ist längst Thema der Kunst, wie auch Werke dieser Ausstellung zeigen. Ebenso findet sich in der Gegenwartskunst ein poetischer und sinnlicher Zugang.

Die Ausstellung „Dem Himmel so nah. Wolken in der Kunst“ ist eine Kooperation mit der Kunsthalle Emden und der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen. Neben einem Kernbestand von Kunstwerken an allen drei Stationen gibt es auch Werke, die nur an den jeweiligen Orten gezeigt wurden. So umfasst die Erfurter Schau auch Kunstwerke aus dem eigenen Sammlungsbestand, unter anderem von Jacob Samuel Beck, Johann Erdmann Hummel, Margaretha Reichardt und Winifred Zielonka. Auch konnte für das Angermuseum, aus einer hier erstmals ausgestellten Privatsammlung, eine Kollektion kleiner Ölstudien bedeutender Freilichtmaler des 19. Jahrhunderts ausgeliehen werden, die die künstlerische Entdeckung des Himmels und seiner unendlich vielfältigen Atmosphären vor Augen führen.

Die Ausstellung versammelt Werke aus über 500 Jahren und umfasst 47 internationale Positionen – von Albrecht Dürer über Andreas Achenbach und Erich Heckel bis zu Gerhard Richter und Yoko Ono. Sie alle machen mit ihrer Kunst eines deutlich: Unsere Beziehung zum Himmel und all seinen Phänomenen ist immer auch von tiefer emotionaler und existenzieller Bedeutung.

Zur Ausstellung erscheint eine 56-seitige bebilderte Broschüre, die durch die Schau führt.

Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm begleitet die Präsentation mit zahlreichen Veranstaltungen wie Führungen, Vorträgen zu kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Aspekten des Themas (mit Florian Illies, Simon Elson und Prof. Dr. Mira Pöhlker), mehreren Workshops und auch neuen Formaten der Kunstvermittlung. Die Imago Kunst- und Designschule e.V. bietet an zwei Terminen einen Ölmalerei-Workshop während der Osterferien an.

In der Ausstellung können Besucherinnen und Besucher an Mitmachstationen aktiv werden oder auch an Workshops teilnehmen, in denen eigene Wolken-Cyanotypien kreiert werden. Die Workshops finden in deutscher, arabischer, ukrainischer und englischer Sprache statt, eine Anmeldung ist erforderlich. Ausgewählte Werke werden anschließend ausgestellt. Wer nicht unmittelbar am Workshop teilnehmen kann, kann trotzdem aktiv werden und eigene Wolkenfotos (Dateien als JPG oder PNG, mindestens 1.200 mal 1.800 Pixel an bildung-kunstmuseen@erfurt.de) einsenden, die dann im Workshop verwendet werden.