Kunsthalle zeigt internationales Kunstprojekt „Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“

06.03.2026 10:00

Vom 15. März bis zum 31. Mai 2026 zeigt die Kunsthalle Erfurt gemeinsam mit der Thüringer Landesgleichstellungsbeauftragten Nadja Sthamer das internationale, partizipative und transdisziplinäre Kunstprojekt der Schweizer Künstlerin Franziska Greber, das sich gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen richtet. Es trägt die Stimmen von Frauen weltweit in die Öffentlichkeit. Das Projekt wurde 2016 in Simbabwe initiiert und wird seither in China, Indien, Chile, Mauritius, den Seychellen, der Schweiz und in Deutschland umgesetzt. Die Eröffnung findet am Sonnabend, dem 14. März, um 18 Uhr statt.

Projekt trägt Stimmen von Frauen weltweit in die Öffentlichkeit

Foto: Column of Respect, 2019, Metallkonstruktion, beschriftete Blusen, roter Teppich, Aapravasi Ghat World Heritage Site & Cerne Docks, Port Louis (Mauritius) Foto: © Franziska Greber

Zur Eröffnung spricht u. a. Sozialministerin Katharina Schenk, der es ein wichtiges Anliegen ist, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, da jede dritte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen ist.

In enger Kooperation mit Frauen- und Menschenrechtsorganisationen ermutigt die Künstlerin Franziska Greber Frauen, ihre Erfahrungen, Verletzungen, aber auch Hoffnungen und Forderungen mit rotem Permanentstift auf weiße Blusen oder andere landestypische Kleidungsstücke von Frauen zu schreiben. Mit den beschrifteten Kleidungsstücken schafft die Künstlerin raumgreifende Installationen. In der Kunsthalle Erfurt ist „Women in the Dark“ nun in einer erweiterten Form zu sehen. In vielfältigen Installationen, Objekten, Videos und Audiobeiträgen werden die Erzählungen der Frauen und das Thema im Ausstellungsraum unmittelbar erfahrbar.

Allein in Deutschland schrieben 690 Frauen begleitet von rund 150 Organisationen in zwölf Bundesländern ihre Botschaften in 40 Sprachen auf. Diese sind in einem Buch in der Originalsprache und deutschen Übersetzung zu lesen. 2023 wurde „Women in the Dark“ mit dem deutschen Kunstpreis The Power of the Arts ausgezeichnet.

Begleitet wird die Schau von zahlreichen Veranstaltungen wie u. a. Führungen, der Lesung „Stimmen der Blusen“, einem Podiumsgespräch, dem Vortrag „Die Kunst des Messens: Was wissen wir (nicht) über häusliche Gewalt?“, Workshops und einer Aktion zum Girl’s Day. Bereits am Dienstag, dem 17. März, gibt es um 18 Uhr die Möglichkeit, die Künstlerin Franziska Greber zu einer Führung durch die Ausstellung zu begleiten. Alle Veranstaltungen sind auf der Website der Kunstmuseen Erfurt zu finden.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Kunsthalle Erfurt mit der Künstlerin Franziska Greber, der Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaats Thüringen sowie Women in the Dark Deutschland e.V.

Hintergrund

Die Ausstellung Women in the Dark ist als Maßnahme 13-17 Bestandteil des Landesaktionsplans zur Umsetzung der Istanbul-Konvention (LT-DS 7/10349).

Die Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt, auch als Istanbul-Konvention bekannt, ist ein wichtiges Instrument zur Umsetzung der Maßnahmen zu Gewalt gegen Frauen. Das Übereinkommen ist seit 2018 in Deutschland geltendes Recht und gibt starke Impulse für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf allen staatlichen Ebenen.

Die nach Artikel 10 der Istanbul-Konvention eingerichtete Koordinierungsstelle zur Umsetzung in Thüringen ist bei der Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann eingerichtet und wird durch einen Beirat unterstützt.