Podiumsgespräch „Zitronenfalter am Hauptbahnhof“

02.03.2026 10:44

Gerhard Altenbourg (1926 – 1989) wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum nehmen die Kunstmuseen Erfurt zum Anlass, an einen der bedeutendsten deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu erinnern. Am Dienstag, dem 17. März, findet um 18 Uhr im Angermuseum das Podiumsgespräch „Zitronenfalter am Hauptbahnhof – Gerhard Altenbourg zum 100. Geburtstag“ statt.

Zum 100. Geburtstag von Gerhard Altenbourg

Foto: Gerhard Altenbourg , ohne Titel, im Spätherbst 1989 entstandenes Aquarell, Chinesische Tusche, Kreide, Sepiastift, Bleistift auf Zeichenkarton Foto: © Angermuseum Erfurt, Grafische Sammlung / Foto: Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Prof. Dr. Elke Werner (Direktorin der Kunstmuseen Erfurt) und Cornelia Nowak (Kuratorin der Grafischen Sammlung) sprechen mit dem Direktor der Altenburger Museen und Dr. Roland Krischke (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gerhard Altenbourg) über Leben und Werk des Künstlers, der im thüringischen Altenburg lebte und bis zu seinem Tod enge Kontakte nach Erfurt unterhielt. Hier waren Alfred T. Mörstedt und Rudolf Franke wichtige Wegbegleiter.

Obwohl Altenbourg bereits in den 1960er Jahren internationale Beachtung erfuhr, blieb er in der DDR lange Zeit verkannt. Das Museum of Modern Art in New York erwarb frühzeitig ein Werk von ihm. In Erfurt wie in vielen anderen ostdeutschen Museen hingegen konnten die feinsinnigen und teils skurrilen Zeichnungen und Druckgrafiken des Künstlers erst nach 1990 erworben werden.

Das Altenbourg-Jubiläum ist im Angermuseum Anlass für den „Szenenwechsel#1“: In der neuen Sammlungspräsentation „Goldlack und Kakteen. Aufbrüche, Umbrüche und die Kunst in Erfurt“ ist im Themenbereich „Kunst auf Papier“ nach Aquarellen von Christian Rohlfs nun eine Auswahl von Meisterwerken Gerhard Altenbourgs in dichter Hängung zu sehen. Die sieben aktuell ausgestellten Werke Altenbourgs entstanden zwischen 1949 und 1989 und gelangten mit der großzügigen Schenkung der Sammlung von Rudolf und Ilse Franke (Erfurt) 2004 in das Angermuseum. Gezeigt wird zudem ein handschriftlich verfasster Brief des Künstlers aus dem Jahr 1967 an seinen Sammler Rudolf Franke. Gerhard Altenbourg war Mitglied der legendären „Erfurter Ateliergemeinschaft“. Zwischen 1963 und 1974 organisierte die Gruppe privat Ausstellungen, edierte Grafikmappen und pflegte jenseits des offiziellen DDR-Kunstbetriebes ein dichtes Netzwerk von Kunst- und Kulturschaffenden.

Aus konservatorischen Gründen ist die Ausstellungsdauer von Arbeiten auf Papier auf zwölf Wochen begrenzt. Für das Museum ist dies eine positive Herausforderung, in regelmäßigem Wechsel ausgewählte Werke aus den reichen Schätzen der umfangreichen Grafischen Sammlung zu präsentieren.