Why so serious?

30.08.2026 10:00 – 14.03.2027 18:00

Vom 30. August bis 14. März 2027 zeigt die Galerie Waidspeicher die Ausstellung „Why so serious?“. Die Ausstellungseröffnung findet am Sonnabend, dem 29. August, von 15 bis 21 Uhr statt.

Eine Schießbude, ganz oben ein Emblem mit Aufschrift Star Shooting
Benedikt Braun, Star Shooting, 2019, Installation Schießbude mit Innenleben Foto: © Benedikt Braun
14.03.2027 18:00

Why so serious?

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Galerie Waidspeicher
Veranstaltungsort Galerie Waidspeicher im Kulturhof „Zum Güldenen Krönbacken“, Michaelisstraße 10, 99084 Erfurt
Video: Jonas Hohnke, White cube II, 2020, Hüpfburg (Sonderanfertigung), ca. 250x280x400 cm, Ansicht: Kop.12 Essen, 2021 © Jonas Hohnke, VG Bildkunst; Video: Markus J. Feger

Zur Ausstellung

Künstlerinnen und Künstler des 20. Jahrhunderts haben die Kunst und ihre Institutionen zunehmend kritisch hinterfragt. Museen, Galerien und der Kunstmarkt wurden selbst zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzungen. Humor, Ironie und spielerische Experimente entwickelten sich dabei zu wirkungsvollen Mitteln, um Autoritäten infrage zu stellen und traditionelle Vorstellungen von Kunst aufzubrechen.

Zu den prägenden Vertretern dieser Haltung zählen seit den 1960er-Jahren wie die Fluxus-Künstler Joseph Beuys oder Yoko Ono. Seit den 1980er-Jahren erweiterten Künstlerinnen und Künstler wie Rosemarie Trockel, Martin Kippenberger, Albert Oehlen und Werner Büttner diese institutionskritische Kunst mit Ironie, Selbstparodie und provokanten Gesten. Seit den 1990er-Jahren führt zum Beispiel Maurizio Cattelan sie mit spektakulären, oft absurden Inszenierungen fort, während die Künstlerinnen- und Künstlerkollektive Guerrilla Girls oder Frankfurter Hauptschule den internationalen und nationalen Kunstbetrieb bis heute mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf mangelnde Gleichberechtigung und problematische Machtstrukturen aufmerksam machen.

An diese Kunstformen knüpft die Ausstellung Why so serious? an. Statt der üblichen Verbotsschilder lädt sie dazu ein, Kunstwerke zu berühren, auszuprobieren und dabei mit ihnen und anderen Besucherinnen und Besuchern zu interagieren. Viele Arbeiten sind mit einem Augenzwinkern versehen, während sie ernste Anliegen thematisieren. So gewährt Jonas Hohnkes künstlerisch gestaltetes Videospiel Einblicke in den Alltag des Künstlers und seine Produktionsprozesse. Ben Thieles Origami-Tauben entstanden unter anderem aus prekären Studienbedingungen an der Kunsthochschule, während Josephine Schulz‘ Tischtennisspiel aus Keramik die Trennung zwischen Hochkultur und Subkultur kritisch beleuchtet. Benedikt Brauns Schießstand-Installation lotet die Grenzen zwischen Künstler, Kunstwerk und Publikum aus. Und die Art Memes von Cem A. werfen mit Humor und der Bildsprache des Internets einen Blick auf die Zugangsbedingungen zur Kunstwelt.

Das Spielerische dient hierbei nicht nur der Unterhaltung, sondern eröffnet neue Zugänge zur Kunst und hinterfragt zugleich Konventionen, Hierarchien und den Kunstbetrieb selbst. In diesem Sinne: Man kann es ernst meinen mit dem Humor, oder humorvoll mit dem Ernsten.

about the exhibition

Throughout the twentieth century, artists increasingly began to question art and its institutions. Museums, galleries, and the art market themselves became subjects of artistic inquiry. Humour, irony, and playful experimentation emerged as powerful strategies for challenging authority and breaking with conventional ideas about art.

Among the key proponents of this approach since the 1960s are Fluxus artists such as Joseph Beuys and Yoko Ono. From the 1980s onwards, artists including Rosemarie Trockel, Martin Kippenberger, Albert Oehlen, and Werner Büttner expanded this tradition of institutional critique through irony, self-parody, and provocative gestures. Since the 1990s, Maurizio Cattelan, for example, has continued this practice with spectacular and often absurd stagings, while artist collectives such as the Guerrilla Girls and Frankfurter Hauptschule have used public interventions to draw attention to persistent inequalities and problematic power structures within the international and German art world.

The exhibition Why so serious? builds on these artistic approaches. Instead of the usual "Do Not Touch" signs, visitors are invited to feel, test, and interact with the artworks as well as with one another. Many of the works employ wit and humour while addressing serious concerns. Jonas Hohnke's artist-designed video game offers insights into the everyday life of an artist and the processes of his production. Ben Thiele's origami pigeons emerged, among other things, from the precarious conditions of studying at an art academy, while Josephine Schulz's ceramic table tennis game critically explores the divide between high culture and popular culture. Benedikt Braun's shooting-range installation probes the boundaries between artist, artwork, and audience. Meanwhile, Cem A.'s art memes use humour and the visual language of the internet to examine questions of access to the art world.

Here, playfulness is more than mere entertainment: it opens up new ways of engaging with art while simultaneously questioning conventions, hierarchies, and the art system itself. In this spirit, one can be serious about humour—or humorous about serious matters.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler / participating artists

Benedikt Braun

Cem A.

Jonas Hohnke

Josephine Schulz

Ben Thiele

Veranstaltungen

Veranstaltungen

Soft-Opening „Why so serious?“

Veranstaltung: 29.08.2026 15:00 – 21:00

Am Sonnabend, dem 29. August, findet von 15 bis 21 Uhr das Soft-Opening der Ausstellung „Why so serious?“ in der Galerie Waidspeicher statt. Der Eintritt ist frei. …