Zwei deutsche Architekturen 1949 – 1989

26.07.2020 11:00 – 13.09.2020 18:00

30 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt die Tourneeausstellung des ifa „Zwei deutsche Architekturen 1949 – 1989“ einen immer noch aktuellen Blick auf das Bauen in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Zahlreiche Modelle, Fotografien und Pläne zeigen die Entwicklung der Architektur während der vier Jahrzehnte der Teilung.

Foto in s/w von einem Rundbau im Plattenbaugebiet
Kindergarten Buratino in Halle/Neustadt Foto: © Gerald Große
13.09.2020 18:00

Zwei deutsche Architekturen 1949 – 1989

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Galerie Waidspeicher
Veranstaltungsort Galerie Waidspeicher im Kulturhof „Zum Güldenen Krönbacken“, Michaelisstraße 10, 99084 Erfurt

Zusammenschau der Architekturleistungen in der DDR und in der BRD

„Zwei deutsche Architekturen 1949 – 1989“ wurde 2004 im Rahmen der Auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland produziert. Vierzehn Jahre nach der Wiedervereinigung wurde erstmals eine Zusammenschau der Architekturleistungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik erstellt – ein für das vereinte Deutschland einmaliges Projekt. Nach ihrer Premiere in Hamburg und Leipzig wurde die Ausstellung weltweit in 26 Städten erfolgreich eingesetzt – u. a. in Istanbul, Athen, Málaga, Canberra, Singapur, Bandung, Shanghai, Peking und Buenos Aires.

Die Darstellung der architektonischen Vorgeschichte kann dazu anregen, aktuelle baukulturelle Auseinandersetzungen aus neuen Blickwinkeln zu sehen. Im Fokus der Ausstellung stehen nicht die politischen und ideologischen Intentionen der Bauherren, sondern die architektonische Qualität der vorgestellten Bauwerke. In die Ausstellung fließen die Ergebnisse einer mehrjährigen Forschungsarbeit am Fachbereich Architektur der Hochschule für bildende Künste Hamburg ein, an der sich neben Kuratorin Simone Hain und Kurator Hartmut Frank auch zahlreiche Studierende mit ihren Arbeiten und Modellen beteiligt haben.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Ost-West-Verständigung und gibt in diesem Sinne auch ein Beispiel für den europäischen Integrationsprozess.

Über das ifa

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) ist Deutschlands älteste Mittlerorganisation. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Das ifa fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen und agiert als Kompetenzzentrum der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Es ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Das ifa wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.

Satelliten-Ausstellungen

Die Ausstellung „Zwei deutsche Architekturen 1949 – 1989“ begleiten in Erfurt zwei Satelliten-Ausstellungen im Patrizierhaus Zum Güldenen Krönbacken:

Voting „DDR-Architektur – entbehrlich oder erhaltungswürdig?“

DDR-Beton-Klötze in ihrer typischen Hässlichkeit erhalten? Die Bürger/-innen selbst entscheiden lassen, was ein Denkmal ist und was nicht?

Die Denkmalbehörde der Stadt Erfurt will anhand eines Mitmach-Projektes Klischees in Frage stellen, über Grundsätze des Denkmalschutzes ins Gespräch kommen und nicht zuletzt die Meinungen von Bürgern/-innen in Denkmalfragen einbeziehen. Dazu stehen zehn Gebäude bzw. Gebäudekomplexe in Erfurt zur Debatte.

Kooperationspartner dieses partizipatorischen Modellvorhabens ist die Professur Denkmalpflege und Baugeschichte der Bauhaus-Universität Weimar. (Kontakt: Dr. Mark Escherich, bauamt@erfurt.de)

Das Kulturwunder. Neue Perspektiven auf Geschichte und Werte

Die Idee, Zugang zu Kultur und Bildung für alle Menschen zu ermöglichen, ist spätestens seit Luther bekannt. Dort setzt ein Projekt an, das sich hauptsächlich auf die Geschichte der Kultur- und Klubhäuser in der DDR fokussiert, von denen Ende der 1980er Jahre ca. 1.200 existierten.

Ein Beispiel in Thüringen, der Kulturpalast Unterwellenborn, wird durch den Verein, der sich für dessen Erhalt einsetzt, umfänglich vorgestellt.
(Kontakt: Pierre Wilhelm, kontakt@kulturwunder-ausstellung.de, www.kulturwunder-ausstellung.de)

Förderer und Unterstützer:

  • Thüringer Staatskanzlei
  • Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • Landesentwicklungsgesellschaft mbH
  • Architektenkammer Thüringen
  • Bauhaus-Universität Weimar

Begleitveranstaltungen:

Dienstag, 8. September 2020, 16:00 – 17:00 Uhr, Galerie Waidspeicher, Vorderhaus

Erläuterungen zum Mitmach-Projekt
mit Dr. Mark Escherich, Untere Denkmalbehörde Erfurt

Donnerstag, 10. September 2020, 19:00 – 20:30 Uhr, Galerie Waidspeicher

Podiumsgespräch: „ DDR-Architektur und Partizipation. Denkmal weiterdenken“
Moderation Dr. Mark Escherich, Untere Denkmalbehörde Erfurt
Das Gespräch greift das diesjährige Motto des Tages des offenen Denkmals „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ auf.

Führungen

26.07., 15 Uhr
11.08., 25.08., 01.09. jeweils 16:30 Uhr
13.9. 11:00 Uhr

Teilnahme von jeweils bis zu 15 Personen