Ausstellungen und Kunst im öffentlichen Raum: ein Überblick für die erste Jahreshälfte 2017

19.01.2017 10:15

Die Kulturdirektion informiert über wichtige Ausstellungen und Vorhaben, die insbesondere im ersten Halbjahr 2017 stattfinden werden.

Ein Überblick wichtiger Ausstellungen und Vorhaben

Ein Denkmalensemble, dahinter ein Schulgebäude.
Foto: Das Lutherdenkmal von Wilhelm Mues an der Lutherschule Karlstraße soll vorübergehend in der Barfüßerkirche aufgestellt werden. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / J. Ludwig

Reformationsjubiläum / Geschichte

Schon mit Beginn des Jahres 2017 setzen die Museen der Landeshauptstadt Erfurt Akzente zum Thema 500 Jahre Reformation. Das Angermuseum startet mit "19/17/83. Memoria Lutheri. Luther und die Reformation in Bildern der Zeit". Es nimmt Bezug auf Lutherausstellungen 1917 und 1983, um den Wandel des Lutherbildes nachzuvollziehen. Die Ausstellung läuft vom 26.02. bis 05.06.2017. Ihr folgt „Cranach vor und nach der Reformation“, eine Ausstellung, die wertvolle Leihgaben aus Privatbesitz in Korrespondenz mit der Mittelalterausstellung im Angermuseum setzt. Sie wird vom 25. März an für längere Zeit zu sehen sein.

„Die Reformation wird uns intensiv weiter beschäftigen, entgegen mancher Unkenrufe“, so Kulturdirektor Dr. Tobias J. Knoblich. Die zentrale Ausstellung verantwortet das Stadtmuseum unter Einbezug der drei Bettelordenskirchen, wo ab 18. Mai „Barfuß ins Himmelreich? Martin Luther und die Bettelorden in Erfurt“ präsentiert wird. In der Barfüßerkirche soll zudem für die Dauer von Flächensanierungsarbeiten vorübergehend das Lutherdenkmal von Wilhelm Mues aufgestellt werden, das 2010 nach gründlicher Sanierung vor der Lutherschule im Norden der Stadt wieder feierlich eingeweiht worden war. „Wir wollten keinesfalls, dass es im Jubiläumsjahr eingelagert wird, sondern möglichst an passender Stelle wirken kann. In der Barfüßerkirche gibt es durch die Predigt Luthers einen entsprechenden Bezug“, so Knoblich. „Es passt auch gut zu den Aktivitäten des Kirchentags, die dort stattfinden werden.“

Ferner beteiligen sich der Erinnerungsort Topf & Söhne und das Museum für Thüringer Volkskunde am Reformationskomplex. Ersterer mit der Ausstellung „Unter uns Pastorentöchtern. Porträts und Reflexionen von Frauen“ (ab 19.05.) und letzteres mit der Sonderausstellung „Auf der Suche nach dem Glück: Pilgern einst und jetzt“, die im Mai eröffnet werden wird. Dank eines Sponsorings der Stadtwerke Erfurt wird es zudem eine audiovisuelle Meditation über Martin Luther geben, die ins Stadtmuseum eingebracht werden soll. „Dafür haben wir das renommierte Künstlerpaar Edith Tar und Radjo Monk gewonnen“, freut sich Knoblich.

Kunst / Kunst im öffentlichen Raum

Die Kunsthalle Erfurt wird am 25.02.2017 mit einer Sonderausstellung des franco-brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado, der sich mit dem Thema Flucht und Migration beschäftigt hat, wiedereröffnet. Im ersten Halbjahr wird eine Ausstellung der tschechischen Künstlerin Alice Nikitinová mit Malerei und Objekten folgen und das Haus als Zentrum zeitgenössischer Kunstvermittlung in Erfurt wieder voll zur Geltung kommen lassen.

Das Angermuseum wird sich ab 06.04.2017 Josep Renau und seinem Erfurter Wandbild am Moskauer Platz widmen. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Wüstenrot Stiftung konzipiert, die sich maßgeblich an der Finanzierung der Restaurierung und Wiederanbringung des Mosaikwandbildes beteiligt. Geplant war, bis Ende 2016 das Wandbild an einer neuen Trägerkonstruktion vor dem Nahversorgungszentrum anzubringen. Aufgrund technologischer Probleme verzögert sich dieser Arbeitsschritt, aber im Sommer dieses Jahres wird es soweit sein. Bislang liefen viele Arbeiten in Werkstätten, Labors und in Beratungsrunden des wissenschaftlichen Beirats. Das Projekt ist bislang deutschlandweit einmalig und anspruchsvoll. Mit der Ausstellung wird ein Spannungsbogen gebaut, der bis zur Einweihung und schließlich Präsentation einer Dokumentation des Projektes reicht, an der gegenwärtig gearbeitet wird. „Erfurt leistet einen Originalbeitrag zum angemessenen Umgang mit Kunst aus der DDR, der schon jetzt nationale, ja internationale Beachtung findet“, sagt Kulturdirektor Dr. Tobias J. Knoblich.

Die Galerie im Waidspeicher startet ihr Programm mit einer Fotoausstellung von Kirill Starodubskij: „Von einem, der auszog … Über das UnHEIMliche der urbanen Welt“ (ab 22.01.2017) und wird ab 20.03. mit „StipVisite“ wieder die Landesstipendiaten für Bildende Kunst 2016 vorstellen, in bewährter Kooperation mit der Thüringer Staatskanzlei.

Schloss Molsdorf startet mit Porzellanfiguren der ältesten Thüringer Porzellanmanufaktur, die Ausstellung wird am 18. März eröffnet.

Naturkunde

Das Naturkundemuseum startet mit einer Rückschau auf 40 Jahre Präparationskunst, die bereits am 20. Januar eröffnet werden wird und schon viel diskutiert wurde. Es folgen ab 30. März „Glanzlichter der Präparation“, die anlässlich der erstmalig in Erfurt stattfindenden 55. Internationalen Tagung der Präparatoren gezeigt werden und Erfurt als ein Kompetenzzentrum auf diesem Gebiet ausweisen. Es werden aber auch preisgekrönte Arbeiten aus anderen Museen und Instituten Deutschlands gezeigt.

Weitere Aktivitäten befinden sich in Planung und werden in Abhängigkeit von Entscheidungen im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung bekannt gegeben. Die genannten Ausstellungen und Aktionen werden möglich, weil sie überwiegend aus Fördermitteln finanziert werden können, die die Kulturdirektion und ihre Museen eingeworben haben.