1 00:00:00,468 --> 00:00:05,063 Wir sind heute in der Sonderausstellung im Angermuseum zu Alexander Camaro. 2 00:00:05,104 --> 00:00:07,698 Wir stehen in einem der beiden separaten Räume. 3 00:00:07,723 --> 00:00:10,715 Das hier ist der Raum zum Hölzernen Theater. 4 00:00:10,740 --> 00:00:16,131 Dieses Hölzerne Theater ist das Ekhof-Theater aus Gotha am Friedrichsschloss. 5 00:00:16,155 --> 00:00:20,185 Alexander Camaro war vor dem Zweiten Weltkrieg 6 00:00:20,210 --> 00:00:24,042 dort als Tänzer angestellt und hat das leere Theater kennengelernt. 7 00:00:24,302 --> 00:00:28,042 Nach dem Zweiten Weltkrieg hat er dann diese Bilder gemalt. 8 00:00:28,146 --> 00:00:30,640 Das heißt, diese Bilder sind in einer Zeit entstanden, 9 00:00:30,665 --> 00:00:34,401 in der er hungern musste, in der er verfolgt wurde 10 00:00:34,426 --> 00:00:39,129 und in der er sich quasi selber komplett von allen isoliert hat. 11 00:00:39,328 --> 00:00:42,438 Er war wahnsinnig traurig und emotional. 12 00:00:42,463 --> 00:00:44,684 In dieser Zeit sind diese Bilder entstanden 13 00:00:44,709 --> 00:00:46,526 von eigentlich einer sehr schönen Zeit. 14 00:00:46,551 --> 00:00:48,091 Das heißt, wir haben zwei Sachen gleichzeitig. 15 00:00:48,116 --> 00:00:51,362 Wir haben einmal Camaro als Maler der Erinnerungen und 16 00:00:51,387 --> 00:00:54,837 einmal Camaro als Nachkriegskünstler. 17 00:00:55,051 --> 00:00:57,474 Was sehr auffällig ist an diesen Bildern, sind einmal 18 00:00:57,499 --> 00:01:01,723 die Erdtöne, das heißt die Farben, die von seinem 19 00:01:01,748 --> 00:01:04,300 Meister Otto Müller abgekupfert sind, 20 00:01:04,302 --> 00:01:06,038 also ihm sehr ähnlich sind. 21 00:01:06,062 --> 00:01:08,591 Und das andere sind die Figuren. 22 00:01:08,616 --> 00:01:12,158 Denn wie gesagt, er hat das leere Theater kennengelernt und diese 23 00:01:12,183 --> 00:01:15,168 Figuren sind dann wieder seine Sicht auf die Welt. 24 00:01:15,193 --> 00:01:18,523 Denn für Alexander Camaro ist die Welt eine Bühne gewesen 25 00:01:18,656 --> 00:01:21,327 und die Bühne ist die Welt des Scheins, 26 00:01:21,352 --> 00:01:24,961 was auch der Titel dieser Ausstellung ist: die Welt des Scheins.