Moderne Reloaded – Sammlung Hupertz und Gäste

09.11.2019 19:00 – 02.02.2020 18:00

Mit der Sammlung Hupertz ist eine Hamburger Privatsammlung zu Gast in der Erfurter Kunsthalle. Ausgehend von ihrer Begeisterung für konstruktivistische Malerei der 1910er und 20er Jahre, widmen sich der Architekt Stephan Hupertz und seine Frau Birgit unterschiedlichsten Spielarten konkreter, minimalistischer und konzeptueller Kunst von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart.

Farbige grafische Elemente
Otto Freundlich: Ohne Titel, 1936 Bild: © Sammlung Stephan und Birgit Hupertz
02.02.2020 18:00

Moderne Reloaded – Sammlung Hupertz und Gäste

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Kunsthalle Erfurt
Veranstaltungsort Kunsthalle Erfurt, Fischmarkt 7, 99084 Erfurt

Werke aus der Sammlung Hupertz im Dialog mit aktuellen Positionen

Vom 25. bis 26. September 1922 fand in Weimar der Internationale Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten statt, der für einige Tage wichtige Akteure der internationalen Avantgarde in die Thüringer Stadt führte. Auf einem historischen Foto erkennt man den Initiator, den Niederländer Theo van Doesburg, seine Frau Nelly, die Dadaisten Tristan Tzara, Hans Arp und Hans Richter, den Konstruktivisten El Lissitzky, den Bauhaus-Formmeister László Moholy-Nagy und dessen Frau Lucia, Alfréd Kemény, Max und Lotte Burchartz, den De Stijl-Architekten Cornelis van Eesteren sowie die Bauhaus-Schüler Karl Peter Röhl und Werner Graeff.

Theo van Doesburg, ein Wegbereiter der abstrakten Kunst, hielt sich zwischen 1921 und 1923 für längere Zeit in Weimar auf und beeinflusste zahlreiche Bauhäuslerinnen, obwohl er sein wichtigstes Ziel, als Formmeister ans Bauhaus berufen zu werden, nicht erreichte.

Insbesondere die Vorkurse bei Klee, Kandinsky und Albers orientierten sich bei Kompositionsübungen zur Flächengliederung an der abstrakt-konstruktivistischen Kunst, für die Theo van Doesburg einen theoretischen Überbau entwickelte und die Bezeichnung „Konkrete Kunst“ prägte. Dass es dabei nicht nur um ein Formideal ging, sondern um das Ideal eines neuen (modernen) Menschen und einer modernen Gesellschaft, deren rationale Ordnungsprinzipien sich in der Kunst spiegeln, belegen zahlreiche Werke von Schaffenden aus ganz Europa in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. In der Sammlung Hupertz in Hamburg finden sich zahlreiche Werke der Klassischen Moderne und der Nachkriegsjahrzehnte, die für die genannte Gesinnung stehen.

Ausgehend von diesem historischen Ereignis möchte die Ausstellung der Frage nachgehen, wie sich das konstruktivistische Ideal in der bildenden Kunst, dass sich in jenen Jahren herausbildete, bis in unsere Gegenwart entwickelt hat. So treten in der Ausstellung die Arbeiten aktueller, auch junger Künstlerinnen und Künstler in einen Dialog mit den Werken aus der Sammlung Hupertz, die unter anderem Werke von Josef Albers, Frank Badur, Willi Baumeister, Erich Buchholz, Walter Dexel, Otto Freundlich, Günther Förg, Wassily Kandinsky, Lojos Kassak, Imi Knoebel, Nina Kogan, Hannah Kosnick-Kloss, Wladimir W. Lebedew, El Lissitzky, Blinky Palermo, Gerwald Rockenschaub, Kurt Schmidt, Jo Schöpfer und Ilja Grigorjewitsch Tschaschnik vereint.